wie angekündigt interpretiere ich das Zitat von Mario Gomez, erschienen in einem Mens Health Artikel am 21.05.2008.
Auf die Frage wie wichtig mentale Fitness für Mario Gomez ist, folgende Antwort:
“Sehr wichtig. Für mich ist Erfolg im Fußball zu fast 50 Prozent Kopfsache. Man muss den Kopf frei haben, wenn man spielt, muss immer genau wissen was man will – und was man kann. Hier spielt natürlich auch das normale Fitness-Training eine große Rolle: Wenn der Kopf weiß, dass der Körper topfit ist, geht man mit einem super Gefühl auf den Platz.”
Gehen wir ein Stück zurück und reflektieren eine Situation aus Mario Gomez’ Karriere. Am 16.08.2008 fand bei der EM 2008 in Österreich und der Schweiz das Spiel zwischen Österreich und Deutschland statt. In der 5. Spielminute passiert das unfassbare. Aus 3 Metern schafft es Mario Gomez nicht den quer gespielten ins Tor zu schießen. Hier einVideo.
Wie kann das einem Weltklasse Spieler wie Mario Gomez passieren? Was hat er sich in dieser Situation gedacht?
Gedanken, mentale Fitness waren möglicherweise ausschlaggebend für diesen Fehlschuss. Interessanterweise hat Mario Gomez vor der EM im Interview bestätigt, dass der Kopf frei sein muss. War er das in dieser Situation nicht? Keiner außer Marion Gomez selbst weiß, was in genau dieser Sekunde durch seinen Kopf ging. Das möchte ich nicht weiter vertiefen. Meine persönliche Einschätzung: Ist der Spieler in dieser Situation nur auf sein Ziel fokussiert ein Tor zu schießen, wird er dieses Ziel erreichen.
Wie kommt es dazu? Ich bin sicher jeder von uns kennt es, dass einfache Dinge nicht funktionieren, wenn zu sehr darüber nachgedacht wird. Spielen wir die Situation durch:
Wir sehen wie der Ball aus kurzer Entfernung von unserem Mitspieler direkt auf uns zukommt. Jetzt fängt ES an: “Ein einfacher Ball. Nur noch den Fuß daran halten, dann steht es 1:0 für uns. Ein super Start und Du bist der Held. Super, ein Riesengefühl. Was, wenn ich den Ball nicht reinmache? Oh nein, ich verschieße!!! Ach was, der ist einfach, den mach ich.” Der Ball berührt unseren Fuß und geht wider Erwarten nicht ins Tor. “Mist, wie konnte das passieren?”
Timothy Gallwey, ein amerikanischer Bestseller Autor beschreibt ES als Ich 1und den Gegenspieler als Ich 2.
Ich 1 stellt den Part dar, der uns ständig versucht unsicher zu machen. Ich 1 ist in fast allen Situationen zur Stelle, hinterfragt, kritisiert und bewertet uns. Schaffen wir das wirklich? Ist das nicht zu schwierig? Wir bekommen Selbstzweifel und stellen uns so selbst in den Weg. Ich 1 bewertet uns, gibt uns Instruktionen. Es ist fast so als verfolge Ich 1 Konzepte Dritter, die uns im Leben vermittelt wurden. Ist Ich 1 dominant kann Ich 2 nicht zur Geltung kommen.
Ich 2 ist der Part, welcher sich aus unserer inneren Stärke formt. Ich 2 ist frei von Bewertung, Instruktionen oder Kritik. Das Ziel ist es auf das wir uns fokussieren. Wir sehen das Ziel nicht als Bedrohung, sondern als Herausforderung. Wir machen uns bewusst auf was wir achten müssen (Ballgeschwindigkeit, Drall, Platzbeschaffenheit), stellen uns darauf ein, vertrauen uns und entscheiden uns das Ziel zu erreichen, frei von Bewertung und Angst.